Tanzfabrik
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Practicing Playful Thinking Together #2

Thinking mit Slavcho Dimitrov, Jasmina Založnik, Rok Vevar, Igor Koruga
Im Rahmen von TO KEEP IN TOUCH ...

Dance as Culture & Art in the Socialist Yugoslavia and After

Ein Tauchgang in das Archivprojekt der Nomad Dance Academy, das zahlreiche choreografische Praktiken enthält, die versuchten, unterdrückende körperliche Normen, Verhaltensweisen und Darstellungen des Körpers im politischen, sozialen und kulturellen Klima des westlichen Balkans, des ehemaligen Jugoslawiens und der postjugoslawischen Ära in Frage zu stellen. Jedes dieser archivierten Objekte ist ein Teil einer (gegenwärtigen oder vergangenen) Gemeinschaft, ein Verbindungsfaden zu einer (Sub-)Kultur oder Bewegung, die nach Wegen suchte, ihre Ausdrucksformen durch das Medium des Körpers, durch den Tanz, zu erweitern und zu befreien. Die Archivierungsgruppe konzentriert sich auf Beispiele von Tanz als Praxis des Widerstands in unterscheidelichen historischen Kontexten. Mit Blick auf die verschiedenen Berichte über den internationalen Tanzaustausch zwischen den beiden Weltkriegen, in der Zeit des sozialistischen Jugoslawiens und nach 1991 ist die Archivgruppe besonders daran interessiert, die Art und Weise zu erfassen und zu bewerten, in der der Tanz historisch als Brücke zwischen verschiedenen, oft gegensätzlichen politischen Blöcken und kulturellen Kontexten oder als unsichtbare politische Propaganda im geokulturellen Gebiet des westlichen Balkans fungiert hat.

Slavcho Dimitrov

Slavcho Dimitrov hat einen BA in Vergleichender Literaturwissenschaft sowie MA’s in Gender Studies und Philosophie und arbeitet derzeit an seiner Doktorarbeit "An-archic Bodies: Körperlicher Materialismus, Affekte und das Politische". Er war in der Lehre tätig, wo er u.a. Kurse über zeitgenössische Kulturtheorien, kritische Theorie, Embodiment, Gender und Kultur, Queer Theory unterrichtete. Er ist der Gründer der internationalen Sommerschule für Sexualitäten, Kulturen und Politik in Belgrad und einer der Gründer des IPAK.Center - Forschungszentrum für Identitäten, Kulturen und Politik in Belgrad und hat mehrere Kunst- und Kulturprojekte sowie zahlreiche Konferenzen in Nordmazedonien kuratiert, wie beispielsweise Skopje Pride Weekend. Zahlreiche Artikel von ihm erschienen in regionalen und internationalen Zeitschriften und Büchern und er ist Autor des Buches „Impossible Confession: Subjektivität, Macht und Ethik (2014)“. In seiner theoretischen und forschenden Praxis liegt sein Fokus auf post-foundationaler politischer Philosophie, Kultur-, kritischer und Gender- und Queer-Theorie, Embodiment und Affekten, Ästhetik, sozialer Choreographie und Performance Studies. 2022 publizierte er mit Ana Blazeva eine gemeinsame Forschungsarbeit mit dem Titel "The Everyday and Emotional Life of Oppression". Er ist Empfänger des AICA Macedonia - Ladislav Leshnikov Award - 2018 und des Igor Zabel Award for Culture and Theory - Grant - 2020. 

Jasmina Založnik

Jasmina Založnik ist freiberufliche Dramaturgin, Tanzpublizistin und Produzentin. Sie ist lokal und international als Autorin, Dramaturgin, Kuratorin, Moderatorin, Beraterin, Forscherin und künstlerische Mitarbeiterin tätig. Sie ist aktives Mitglied der Nomad Dance Academy Slovenia, des regionalen Netzwerks Nomad Dance Academy, und Mitbegründerin von CoFestival, einem internationalen Festival für zeitgenössischen Tanz. Sie ist aktives Mitglied der Contemporary Dance Association Slovenia (CDAS), des slowenischen Verbands der Theaterkritiker und Theatrologen und des Verbands City of Women sowie Mitglied des Redaktionsausschusses der Zeitschrift Dialogi. Sie hat eine Reihe von Kunstkatalogen und einige Sonderausgaben von Zeitschriften herausgegeben, zuletzt war sie Mitherausgeberin von The Voice of Dance (Maska, 2021) und Female artists in the field of performing art (Dialogi, 2022). Sie hat einen Master-Abschluss in Philosophie und einen Doktortitel in visueller Kultur. Im Jahr 2015 erhielt sie den Ksenija-Hribar-Preis für Tanz in der Kategorie Kritik/Dramaturgie/Theorie. 

Rok Vevar

Rok Vevar ist ein Tanzhistoriker, Kurator und Aktivist, der in Ljubljana, Slowenien, lebt und arbeitet. Im Jahr 2012 gründete er in seiner eigenen Wohnung das Temporäre Slowenische Tanzarchiv, das im April 2018 in das MSUM (Museum für zeitgenössische Kunst Metelkova) in Ljubljana umzog. Er hat sein Archiv auch an der Harvard University, USA, präsentiert. Seit 2012 ist er Ko-Kurator des internationalen Tanzfestivals CoFestival, einem internationalen Festival für zeitgenössischen Tanz (Nomad Dance Academy Slovenija, Kino Šiška) in Ljubljana. Eine Auswahl seiner Kritiken und Artikel wurde 2011 in dem Buch "Rok za oddajo" (Deadline) veröffentlicht, und 2018 gab er das Buch "Dan, noč + človek = Ritem: Antologija slovenske sodobnoplesne publicistike 1918-1960" (Tag, Nacht + Mensch = Rhythmus: Eine Anthologie der zeitgenössischen slowenischen Publizistik 1918-1960) heraus, für die er Materialien auswählte und begleitende Texte schrieb. Im Jahr 2020 wird seine neue Monografie "Ksenija, Xenia: Londonska plesna leta Ksenije Hribar 1960-1978" (Ksenija, Xenia: Die Londoner Tanzjahre von Ksenija Hribar 1960-1978) veröffentlicht. Für seine Arbeit wurde er 2019 mit dem Ksenija-Hribar-Preis und 2020 mit dem Vladimir-Kralj-Anerkennungspreis für seine Leistungen auf dem Gebiet der Tanzgeschichte und des Archivwesens in Slowenien ausgezeichnet. 

Igor Koruga

Igor Koruga wurde in Belgrad, Serbien, geboren. Er absolvierte Master-Studiengänge in Sozio-Kultureller Anthropologie an der Universität von Belgrad und in Solo/Dance/Authorship (SODA) an der Universität der Künste Berlin und bildete sich in verschiedenen selbst-organisierten Tanzplattformen des Balkans weiter. Er arbeitet hauptsächlich in den Balkanländern als freischaffender Autor/Choreograf, Tanzdramaturg, Performer, Pädagoge, Kulturarbeiter und in der archivierenden Recherche. Seit 2006 ist Igor Koruga aktives Mitglied von STATION – Service for Contemporary Dance in Belgrad. Mithilfe verschiedener europäischer Tanznetzwerke wie Life Long Burning, Departures and Arrivals und apap – advancing performing arts project entwickelte er verschiedene Arbeiten, darunter „Hopelessness“ (2017), „Only Mine Alone“ (2016), „Streamlined“ (2014), „Expose“ (2013) und „Temporaries“ (2012). Seit 2015 leitet er im Rahmen von STATION künstlerische und pädagogische Projekte, wie zum Beispiel das „Puzzle“-Bildungsprojekt und die die „Archiving“-Plattform in Serbien und den Balkanländern. Igor Koruga arbeitete zudem von 2015–2017 als Dozent am Belgrader Tanzinstitut. Seit 2009 ist er Mitglied des regionalen Balkan-Netzwerks Nomad Dance Academy, wo er sich aktiv für bessere Bedingungen und eine stärkere Sichtbarkeit des zeitgenössischen Tanzes auf dem Balkan einsetzt. www.igorkoruga.com
Offen
In englischer Sprache 
Preis: Einzelsession 15€ / 5er-Karte Afternoon Sessions 65€ / Flatrate Summer School 105€ 
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