Tanzfabrik
Berlin
Schule
Schule

16.07.2018—17.07.2018

Lab 1: Remembering the Future – ausgebucht

Workshop
mit Gabriele Reuter, Christina Ciupke, Anke Strauß
Im Rahmen von Open Spaces/Sommer Tanz 2018
Photo: Caio Werneck
Ort:
Kreuzberg 3
Möckernstr. 68
10965 Berlin
Termine:
Info:

Kostenfrei
Kurze Bewerbung erforderlich

Beschreibung

Tanzschaffende, Künstler und Fachleute aller Disziplinen, treffen sich in diesem zweitägigen Lab zum Thema „Remembering the Future“ zum Austausch von künstlerischer Forschung, choreografischer und anderer Praxis. Jeder der beiden Tage beginnt mit einem gemeinsamen Warm-up. In der Session – „Nowhere Now Here“ - geben die Choreografin Christina Ciupke und die Organisationsforscherin Anke Strauß anschließend daran Einblicke in ihre aktuelle Recherche zum Thema Arbeit und Utopie. Diese zweijährige Recherche mit dem Titel „Working Utopias“ untersucht ArbeitsLeben von Künstler*- innen. Innerhalb dessen liegt ein spezifischer Fokus auf der sozialen Dimension künstlerischen Arbeitens, wie beispielsweise dem erneuten Wunsch nach neuen Formen von Solidarität. Davon ausgehend moderiert Gabriele Reuter am Nachmittag einen Austausch der Teilnehmenden zu den eigenen Forschungsfragen. Ziel ist es, in kleineren Gruppen die angesprochenen Inhalte weiter zu denken, auf die eigene Praxis oder Recherche anzuwenden, Wissen auszutauschen und sich in einem offenen, prozessorientierten Arbeitsklima auszuprobieren. In einem Open Studio zum Ende des Labs wird der Stand des Arbeitsprozesses gemeinsam mit einem interessiertem Publikum geteilt.

Nowhere, Now here

Utopie ist eine von Thomas Morus geschaffene Wortschöpfung, die paradoxerweise zwei Bedeutungen gleichzeitig erfasst. Die eine bedeutet „guter Ort“, die andere „Nichtort“. Solche guten Nichtorte sind nur temporär erfahrbar. Sie sind eine Intensität, die im Zusammenspiel zwischen Menschen, Orten, Materialität und anderen Lebewesen entsteht und die nach einer Weile zwangsläufig wieder verschwindet. Es bleibt eine Erinnerung an eine ideale Zeit an einem idealen Ort, die gleichzeitig präsent und nicht reproduzierbar sind. Die Gleichzeitigkeit von Ideal und Unerreichbarem sind wichtig, denn es ist diese Gleichzeitigkeit, die ein Sich-Sehnen produzieren kann, das das Potential in sich trägt, auch Handlungen im Jetzt zu beeinflussen. Christina Ciupke und Anke Strauß berichten von ihrer zweijährigen Recherche über Arbeit und Utopie innerhalb dessen sie verschiedene künstlergeführte Organisationen besucht haben. Manche existieren nicht mehr, manche existieren immer noch aber anders und manche sind gerade am Neu-entstehen. Die Frage ist wie erinnern wir uns an diese intensiven Momente? und was machen wir damit? und was macht die Erinnerung mit uns?

Das Lab ist für die Teilnehmer*innen kostenfrei und beinhaltet ein tägliches gemeinsames Mittagessen im Studio 2. Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bitte melden Sie sich über unser Online-Anmeldeformular auf der Website an und schicken dann ein kurzes Bewerbungsschreiben mit Informationen zu Ihrem beruflichen Hintergrund, sowie künstlerischen Projekten oder Fragestellungen mit den Sie in dieses Lab gehen möchten, an reuter@tanzfabrik-berlin.de.

Biografien

Gabriele Reuter

Gabriele Reuter ist eine Tanzkünstlerin, Pädagogin und Urbanistin, die an der Schnittstelle von Choreografie und Stadtforschung arbeitet. Ihre Bühnenarbeiten, Audiowalks und Klanginstallationen wurden an Veranstaltungsorten und auf internationalen Festivals im Vereinigten Königreich, in Chile, der Türkei, Frankreich und Deutschland gezeigt. Als Pädagogin, Performerin, Mentorin und Moderatorin ermöglicht Gabriele Bewegung in einer Vielzahl von Kontexten und vermittelt Wissen zwischen Tanz und anderen Disziplinen. Zu ihren Lehrreferenzen gehören das HZT Berlin, die London Contemporary Dance School, die Hochschule für Tanz und Musik Köln, Sareyyet Ramallah, das Freiburg Contact Festival, die Universität Nottingham und die Universidad Austral de Chile, Valdivia. Im Jahr 2022 qualifizierte sie sich als Systemischer und Agiler Coach für Teams. www.gabrielereuter.de

Christina Ciupke

Christina Ciupke (sie/ihr) ist eine in Berlin lebende Choreografin und Performerin. In ihren Arbeiten untersucht sie das fragile Gleichgewicht zwischen dem individuellen Körper und der ihn umgebenden Welt. Sie verwebt Spuren der Vergangenheit mit gegenwärtigen Wahrnehmungen und zukünftigen Vorstellungen. Ausgehend vom kinästhetischen Gedächtnis ihrer choreografischen Praxis setzt sie sich mit zentralen Elementen wie Zeit, Körper, dem Anderen und (Un-)Sichtbarkeit auseinander. Enge Kollaborationen mit anderen Künstler*innen spielen in ihren Arbeiten eine besondere Rolle. Sie hat einen Master-Abschluss in Choreografie von der Universität der Künste in Amsterdam.

Anke Strauß

Dr. Anke Strauß ist eine Organisationsforscherin, die sich für die Beziehungen zwischen Kunst und Wirtschaft interessiert, und zwar im Hinblick auf unterschiedliche Arten von Wissen, interdisziplinäre Zusammenarbeit und wechselnde Formen der (alternativen) Arbeitsorganisation. Nachdem sie am WZB für künstlerische Interventionen in Organisationen gearbeitet hat, ist sie derzeit an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Gemeinsam mit Christina Ciupke arbeitet sie an einem von der Volkswagen Stiftung gegründeten Projekt über künstlerische Organisationen und der Performativität utopischen Denkens zur (Re-) Organisation kultureller Arbeit.