Tanzfabrik
Berlin
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Uferstudios 14
Badstr. 41A, Uferstr. 23
13357 Berlin
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Photo: Gerald Pirner

Into The Dark

Performance · Premiere von Jess Curtis / Gravity († 11.03.2024)
Im Rahmen von Fold – Expansions of Perception

Tickets
Für sein neues Ensemblestück hat Jess Curtis mit einem vielfältigen Ensemble blinder, sehbehinderter und sehender Künstler*innen und Berater*innen zusammengearbeitet.
 
«Into The Dark» erforscht die kulturellen und phänomenologischen Erfahrungen von Dunkelheit und Licht und untersucht die physischen, unterbewussten und buchstäblichen Auswirkungen der binären Mobilisierung von Dunkelheit und Licht auf dem Hintergrund westlichen Denkens und damit zusammenhängende soziale und individuelle Formen der Sinngebung.
 
Das «Into The Dark» -Team setzt seine innovative Erforschung der Ästhetik von Zugangspraktiken aus der Blindenkultur fort. Audiodeskription, taktile und akustische Leitsysteme (sogenanntes wayfinding) und immersive Sitzgelegenheiten kommen zum Einsatz, um soziale Wahrnehmungsweisen buchstäblich zu destabilisieren, die auf ungerechte und irrationale Weise Licht und Dunkelheit stratifizieren, um Einzelpersonen und Gemeinschaften zu entwerten, zu entmachten und zu entrechten.


FOTOAUSSTELLUNG
Visions of Blindness: Out of the Dark
Eine Ausstellung von ‘Light Painting’-Fotografien von Gerald Pirner

An den Wänden von Studio 13 präsentieren Jess Curtis/Gravity und die Tanzfabrik, zeitgleich zur neuen Gravity-Performance «Into The Dark», eine Ausstellung des blinden Fotografen Gerald Pirner. 
«Visions of Blindness: Out of the Dark» ist in Zusammenarbeit mit den Darsteller*innen von «Into The Dark» entstanden. In der Tradition des Lightpainting (Lichtmalerei, einer ursprünglich von Man Ray und Pablo Picasso entwickelten fotografischen Technik) schafft Pirner eindringliche fotografische Bilder. In einem abgedunkelten Studio nimmt er seine Motive durch Berührung und eine handgehaltene Lichtquelle wahr und beleuchtet sie. Dabei hinterlässt er auf der Ebene des fotografischen Bildes Spuren seiner körperlichen Interaktion mit den einzelnen Tänzer*innen. In diesem zeitbasierten Prozess zeichnet seine Berührung die Linien und Formen der einzelnen Tänzer*innen nach und verkörpert sie. Die Fotografien, die den Prozess einer körperlichen Interaktion aufzeichnen und dokumentieren, werden zu einem Bild im Körpergedächtnis des Fotografen selbst.
 
Die Ausstellung öffnet täglich eine Stunde vor Aufführungsbeginn. Ein Extraticket wird nicht benötig.

Barrierefreiheit & Content Warnung
Audiobeschreibung wird für jede Vorstellung verfügbar sein.
Haptic Access Tours finden eine Stunde vor jeder Vorstellung statt: 26.-28.10. 19:30 / 29.10. 17:00. Dauer: ca. 20-30 Minuten. Sprache: Deutsch.
Audiobeschreibung + Haptic Access Tour von Swantje Henke von Gravity Access Services
Sprache: Deutsch
Anmeldung für Headsets und Tour unter anmeldung@tanzfabrik-berlin.de oder +49 (0)30 / 200 592 70.
 
Die Vorstellung dauert ca. 75 Minuten und findet im Studio 14 in deutscher und englischer Sprache statt. Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen wird ein Pre-Boarding (früher Sitzplatz) angeboten. Nach Beginn der Vorstellung gibt es keine späten Sitzplätze mehr.
 
Eine begrenzte Anzahl von Sitzsäcken steht während des Pre-Boardings für Besucher*innen mit körperlichen Behinderungen zur Verfügung. Diese können unter ticket@tanzfabrik-berlin.de reserviert werden.
 
Ein großer Teil des Stücks spielt sich in völliger Dunkelheit ab. Das Hauspersonal steht zur Verfügung, um die Besucher*innen aus dem Theater zu begleiten, wenn sie es aus irgendeinem Grund verlassen müssen. Alle Zuschauer*innen erhalten Leuchtstäbe, die sie aktivieren können, um ihren Wunsch zu signalisieren, das Theater zu verlassen.
 
Zugang für Gehörlose: Unsere gehörlosen Berater*innen und Freund*innen haben uns darauf hingewiesen, dass die Dunkelheit, die bei dieser Aufführung herrscht, für die meisten Gehörlosen nicht angenehm ist.

Das Studio 14 ist fast ebenerdig. Im Studio selbst gibt es keinen erhöhten Bereich oder ähnliches. Alle Sitzplätze für «Into The Dark»befinden sich auf einer Ebene, es gibt keine Begrenzung der Anzahl der Plätze für Rollstuhlfahrer*innen, die pünktlich zum Preboarding erscheinen.

Die barrierefreie Toilette befindet sich in der gegenüberliegenden Kabine vor Studio 3. Um sie zu erreichen, muss man etwa 6 Meter nach draußen gehen.
 
Inhaltliche Warnhinweise: (Spoiler-Alarm!!)
 
Für Zuschauer*innen, die sich in bestimmten Bereichen des Aufführungsraums aufhalten, kann es während der Dunkelheit zu einem leichten Körperkontakt mit den Darsteller*innen kommen.
 
In einigen der dunklen Phasen des Stücks werden von den Tänzer*innen Geräusche (Weinen, Lachen, Tiergeräusche) erzeugt, die für manche Menschen beunruhigend oder verstörend sein könnten.
 
Bei weiteren Fragen zu den Zugangsvoraussetzungen für diese Aufführung wenden Sie sich bitte an: kommunikation@tanzfabrik-berlin.de.

Weitere Informationen zur Barriere-Freiheit finden Sie auf der Website der Uferstudios: https://www.uferstudios.com/de/barrierefreiheit.

Jess Curtis / Gravity († 11.03.2024)

Jess Curtis starb unerwartet am Montag, den 11. März 2024 in San Francisco. 

Gravity kreiert außergewöhnlich einnehmende, körperbasierte Kunst, die sich mit Themen und Ideen auseinandersetzt, die für jeden, der einen Körper hat, relevant sind. Das Ensemble wurde im Jahr 2000 von dem Choreografen und Regisseur Jess Curtis gegründet. Curtis´ Arbeit ist beeinflusst von den Extremen der Lagerhaus-Performances in der Underground-Szene San Franciscos in den 1980er Jahren mit ikonischen Ensembles wie Contraband und CORE, genauso wie durch die Ausgelassenheit französischer Zirkusensembles wie Compagnie Cahin-Caha und einer Raffinesse, wie man sie an Staatstheatern in Berlin, London, Glasgow und anderen großen Kulturzentren findet. Gravitys innovative, zugängliche und experimentelle Arbeit befasst sich immer wieder mit Fragen der körperlichen Vielfalt, einschließlich Geschlecht, Sexualität und Behinderung.
Dauer: 75 Minuten
Tickets: Pay what you can (10/15/20/25)
Tickets
Konzipiert und geleitet von: Jess Curtis
Kreation & Aufführung: Rachael Dichter, Gerald Pirner, Clarissa Dyas, Gabriel Christian, Ka Rustler, Tiffany Taylor, mit den geschätzten Beiträgen von Sherwood Chen
Bühnenbild & Kostümdesign: Michiel Keuper
Komposition & Sounddesign: Sam Hertz
Audiodeskription: Swantje Henke
Probenassistenz: Styles Alexander
Produktionsleitung Berlin: Magda Garlinska
Produktionsleitung San Francisco: Aiano Nakagawa
Technische Leitung & Lichtdesign: Gretchen Blegen
Technische Leitung SF: Jessi Barber
PR/Vertrieb Europa: Julia Danila
PR San Francisco: Mary Carbonara

«Into The Dark» wird großzügig unterstützt vom Hauptstadtkulturfonds, San Francisco Grants for the Arts, der San Francisco Arts Commission, The California Arts Council, The National Endowment for the Arts (US), The MAP Fund, The Rainin Foundation, The Ford Foundation und The Walter and Elise Haas Creative Work Fund Program.
Die Ausstellung der Fotografien von Gerald Pirner in San Francisco wird vom Goethe-Institut, San Francisco, unterstützt.


↪  WEITERE BIOGRAFIEN

Gabriele Christian (they/them) ist ein*e experimentelle*r Künstler*in, spezialisiert in Choreografie, Dramatik, Soziale Praxis und Poetik. Seit über einem Jahrzehnt erforscht ihre*seine Arbeit BlaQ (Black+Queer) Diaspora-Sprachen durch Live- und Digitalperformances. Als Gründungsmitglied von BlaQ-geleiteten Kollektiven legt sie*er orale Traditionen und Bewegung als Referenzpunkt für gerechte Gespräche über Zugehörigkeit, Spiritualität, Begehren, Fülle und Fürsorge frei.

Rachael Dichter ist eine Tänzerin, Performerin, Choreografin und Kuratorin aus San Francisco, die Arbeiten über Nähe und die Verkürzung von Distanzen zwischen Menschen schafft. Als Danceweb Stipendiatin und Artist in Residence bei Headlands, Caldera und Rauschenberg wurde ihre Arbeit lokal und international gezeigt. Seit 2014 tritt sie mit Gravity auf und co-kuratierte das SF Festival THIS IS WHAT I WANT.

Clarissa Dyas (they/them) ist ein*e auf dem Gebiet der Ohlone in der Bay Area verwurzelte Bewegungskünstler*in. Nach ihrem*seinem Abschluss in Tanz und Gesundheitsbildung an der SFSU trat sie*er mit Robert Moses' Kin, ka·nei·see | collective, Lenora Lee Dance, OYSTERKNIFE und anderen auf. 2022 kollaborierte sie*er u.a. mit Flyaway Productions, Zaccho Dance Theatre, Sara Shelton Mann und produzierte mit Jakob Pek Something Remains.

Gerald Pirner ist ein blinder Kunstkritiker, Essayist, Künstler und Fotograf. Nachdem er 1989 durch Retinitis pigmentosa erblindete, wurde er Dozent und Dokumentarist. Seit 2006 veröffentlicht er Essays zur Kunst aus der Perspektive eines Blinden. 2015 begann er mit der Fotografie, spezialisiert in Lightpainting. Er arbeitet mit Gravity Access Services in Berlin zusammen, verfasst Audio-Beschreibungen mit und unterrichtet diese.

Ka Rustler ist eine internationale Tanzkünstlerin und somatische Bewegungspädagogin. Sie unterrichtet und performt weltweit und teilt im Zuge dessen ihre Forschung zu Improvisation, Verkörperung und der Neurobiologie von Bewegung. Sie integrierte als Pionierin Somatik in die Tanzausbildung und gründete Programme zur somatischen Praxis für Kinder mit besonderen Bedürfnissen und Lehrkräfte mit. Sie ist Mitglied von Cranky Bodies a/company. Ihre interdisziplinäre Arbeit verbindet Performance, Kreativität und Heilung in einem feministischen Rahmen.

Tiffany Taylor ist eine behinderte queere Tänzerin und Aktivistin, die Performance nutzt, um Ableismus herauszufordern und um über Disability Justice aufzuklären. Mit Ausbildungen in Schauspiel und Tanz trat sie in (In)Visible und Sight Unseen mit Gravity auf. Sie ist im Vorstand von Gravity, berät zu Audiodeskription und schult Veranstaltungsorte in Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Besucher*innen.