Dieses Performance-Projekt untersucht Venus und Adonis als einen Mythos, der im Laufe der Zeit, in verschiedenen Medien und kulturellen Rahmenbedingungen immer wieder neu geschrieben wurde – von klassischen Quellen und Renaissance-Dichtung bis hin zu bildender Kunst, Theater, religiösen Moralgeschichten und zeitgenössischer Kultur. Wir beschäftigen uns mit dem Mythos als einer fluiden Struktur, durch die sich wandelnde Vorstellungen von Liebe und Begehren, Schönheit und Verletzlichkeit, Jugend und Alter, geschlechtsspezifischer Machtumkehr, Sinnlichkeit, Lust, Bestrafung und Verwandlung inszenieren und neu interpretieren lassen. Durch körperliche und performative Erkundungen untersuchen wir wie Körper innerhalb kultureller und religiöser Vorstellungswelten idealisiert und begehrt, entblößt und diszipliniert, verehrt und beurteilt werden und wie Intimität zu Verletzlichkeit, Bruch, Verlust und Veränderung führt. Der Körper wird als moralischer, politischer und affektiver Ort betrachtet, an dem Begehren, Kontrolle, Hingabe und Überschreitung miteinander verwoben sind. Das praxisorientierte und interdisziplinäre Projekt integriert Bewegung und Tanztheater, Stimme und Text, visuelle Komposition, Klang und Musik, rituelle Strukturen und persönliche Reflexion durch Sprache. Angeleitete Improvisation, körperliche Recherche, Bildgestaltung, Hör- und Klangübungen sowie gemeinschaftliche Entwicklung unterstützen die Umsetzung von Mythen in gelebte, zeitgenössische Erfahrungen. Der Prozess gipfelt in einem gemeinsamen performativen Moment in Form einer Aufführung, eines Rituals oder einer Installation, durch die das Werk Gestalt annimmt und andere dazu einlädt, zu beobachten, wie diese Mythen in unserer Gegenwart weiterleben, sich wandeln und nachhallen.
Hinweise zur Barrierefreiheit
Das Projekt wird in gesprochenem Englisch abgehalten. Mündliche und körperliche Erklärungen werden einen wichtigen Teil des Workshops ausmachen, ebenso wie Lesen und Schreiben. Partner- und Gruppenarbeit mit möglichem Berühren und Körperkontakt werden ein integraler Bestandteil des Workshops sein. Es wird Musik aus Lautsprechern gespielt und Mikrofone werden verwendet. Für Teilnehmer*innen mit Behinderungen wird ein kostenloser Workshop-Platz mit einer Begleitperson zur Verfügung gestellt.