Tanzfabrik
Berlin
Schule
Schule

29.06.2026—04.07.2026

Love, Vulnerability, and Transformation

Performance-Projekt Spezial: ein einwöchiges interdisziplinäres Projekt
mit Saar Magal
Ort:
Kreuzberg 4
Möckernstr. 68
10965 Berlin
Termine:
Info:
Level: Offen / Das Projekt steht Künstler*innenn aller Disziplinen und Lebensbereiche offen. Training im Bereich Theater oder Performance ist willkommen, aber nicht erforderlich. Die Vielfalt der Praktiken und Perspektiven wird als zentrale Ressource für die Arbeit verstanden.

Showing: 04.07.2026 / 15:00

In englischer Sprache

Kosten:
330€/300€ Early bird bis 11.06.2026

Anmeldung: schule@tanzfabrik-berlin.de
Phone: 030.786 58 61

Beschreibung

Dieses Performance-Projekt untersucht Venus und Adonis als einen Mythos, der im Laufe der Zeit, in verschiedenen Medien und kulturellen Rahmenbedingungen immer wieder neu geschrieben wurde – von klassischen Quellen und Renaissance-Dichtung bis hin zu bildender Kunst, Theater, religiösen Moralgeschichten und zeitgenössischer Kultur. Wir beschäftigen uns mit dem Mythos als einer fluiden Struktur, durch die sich wandelnde Vorstellungen von Liebe und Begehren, Schönheit und Verletzlichkeit, Jugend und Alter, geschlechtsspezifischer Machtumkehr, Sinnlichkeit, Lust, Bestrafung und Verwandlung inszenieren und neu interpretieren lassen. Durch körperliche und performative Erkundungen untersuchen wir wie Körper innerhalb kultureller und religiöser Vorstellungswelten idealisiert und begehrt, entblößt und diszipliniert, verehrt und beurteilt werden und wie Intimität zu Verletzlichkeit, Bruch, Verlust und Veränderung führt. Der Körper wird als moralischer, politischer und affektiver Ort betrachtet, an dem Begehren, Kontrolle, Hingabe und Überschreitung miteinander verwoben sind. Das praxisorientierte und interdisziplinäre Projekt integriert Bewegung und Tanztheater, Stimme und Text, visuelle Komposition, Klang und Musik, rituelle Strukturen und persönliche Reflexion durch Sprache. Angeleitete Improvisation, körperliche Recherche, Bildgestaltung, Hör- und Klangübungen sowie gemeinschaftliche Entwicklung unterstützen die Umsetzung von Mythen in gelebte, zeitgenössische Erfahrungen. Der Prozess gipfelt in einem gemeinsamen performativen Moment in Form einer Aufführung, eines Rituals oder einer Installation, durch die das Werk Gestalt annimmt und andere dazu einlädt, zu beobachten, wie diese Mythen in unserer Gegenwart weiterleben, sich wandeln und nachhallen.

Hinweise zur Barrierefreiheit
Das Projekt wird in gesprochenem Englisch abgehalten. Mündliche und körperliche Erklärungen werden einen wichtigen Teil des Workshops ausmachen, ebenso wie Lesen und Schreiben. Partner- und Gruppenarbeit mit möglichem Berühren und Körperkontakt werden ein integraler Bestandteil des Workshops sein. Es wird Musik aus Lautsprechern gespielt und Mikrofone werden verwendet. Für Teilnehmer*innen mit Behinderungen wird ein kostenloser Workshop-Platz mit einer Begleitperson zur Verfügung gestellt.
Biografien

Saar Magal

Saar Magal ist Regisseurin und Choreografin und arbeitet an der Schnittstelle von Tanz, Theater und Oper. In ihren Projekten kollaboriert sie mit Tänzer*innen, Schauspieler*innen, Musiker*innen, bildenden Künstler*innen und Wissenschaftler*innen. Ihre Arbeiten verbinden Körper, Objekte, Geschichtenerzählen und schließt das Publikum in gemeinsame performative Kontexte ein, um neue Räume für Bewegung und Diskurs zu eröffnen. Zu ihren jüngsten Projekten zählen „A Kafka Project“ (2023) am Theater Basel, „10 Odd Emotions“ (2023) am Schauspiel Frankfurt in Koproduktion mit der Dresden Frankfurt Dance Company sowie Love Me More“ (2022) am Schauspiel Köln. Weitere bemerkenswerte Arbeiten sind „ObSessions“ (2021) am Burgtheater Wien, „A Monteverdi Project“ (2018) an der Staatsoper Berlin sowie „Jephta’s Daughter“ (2015) und „Hacking Wagner“ (2012) an der Bayerischen Staatsoper. Zudem unterrichtete Magal u.a. an der Harvard University, der University of Chicago und der Stanford University sowie an Institutionen in Tel Aviv und Jerusalem. Zuletzt war sie Valeska-Gert-Professorin an der Freien Universität Berlin, wo sie ein neues Projekt entwickelte, das im Haus der Kunst Berlin uraufgeführt und später als vollständige Tanztheaterproduktion konzipiert und 2025 im Schauspiel Essen präsentiert wurde.