Tanzfabrik
Berlin
Bühne
Bühne

01.10.2026—04.10.2026

Traces and Exposures

Performance · Premiere
von Daria Iuriichuk , Polina Fenko, Girls in Scores
Tickets
Photo: Adamska Elizaveta Rakhilkina
Ort:
Uferstudios 1
Badstr. 41A
Uferstr. 23
13357 Berlin
Tickets:
Pay what you can (10/15/20/25)
Dauer:
ca. 60 Min
Termine:

Beschreibung

Zwei Mädchen stehen im Schein eines kalten Lichtstrahls und blicken zurück, als hätten sie dich auf frischer Tat ertappt. Etwas ist schrecklich schiefgelaufen: Ihre Körper gehören nicht mehr ganz ihnen selbst. Sie werden zu Geisterdetektivinnen, die dem Verbrechen des Blicks auf der Spur sind, der sie der Öffentlichkeit preisgegeben hat. 
  
Ihre Ermittlungen führen durch ein gespenstisches Archiv choreografischer Maschinen, die den Körper im Laufe der Geschichte beobachtet, klassifiziert und diszipliniert haben: das Anatomische Theater, wo entblößtes Fleisch zum barocken Spektakel wurde; das Salpêtrière-Krankenhaus, wo fotografische Technologien weibliche Körper zu Objekten der Diagnose machten; und die sowjetische Fabrik, wo Maschinen den Körper nach den Rhythmen der Produktion neu organisierten. 
  
„Traces and Exposures“, das neue Werk von Girls in Scores (Daria Iuriichuk und Polina Fenko), bewegt sich durch dieses anachronistische Terrain aus Geistern und Algorithmen, Mädchen und Maschinen und zeichnet nach, wie der Blick seine Subjekte schon immer choreografiert hat, noch bevor diese überhaupt die Chance hatten, sich zu bewegen. 
Credits
Konzept, Choreografie und performance: Daria Iuriichuk, Polina Fenko (Girls in Scores) 
Produktionsleitung: Heleen de Boever 
Bühnen- und Kostümbild: Pire Sova 
Ton: Andrea D'Arsié 
Licht: Emilio Cordero Checa; 
Plakat: Ränte, Adamska Elizaveta Rakhilkina 
 
Eine Produktion von Girls in Scores in Koproduktion mit der Tanzfabrik Berlin BÜHNE. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und sozialen Zusammenhalt des Landes Berlin. 
Biografien

Daria Iuriichuk

Daria Iuriichuk ist eine in Berlin lebende Tanzkünstlerin, Forscherin und Pädagogin. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit den politischen Dimensionen von Performativität, infrastruktureller Kritik und Körperpolitik. In ihren jüngsten künstlerischen und Forschungsprojekten untersucht sie Choreografie als algorithmisches Medium, das Bewegung in Daten abstrahiert, sowie deren affektives Potenzial. Seit 2024 arbeitet sie kontinuierlich mit der Tanzfabrik Berlin BÜHNE zusammen. 2025 entstand in gemeinsamer Produktion pOOr Butt Zany. Darias Arbeiten wurden außerdem beim IETM Berlin Plenary Meeting (ACUD, Berlin, 2025), beim MyWildFlag Festival (Stockholm, 2022), im Hellerau (Dresden, 2020) und am Meyerhold-Theater (Moskau, 2019) präsentiert.

Polina Fenko

Polina Fenko ist eine in Berlin lebende Tanzkünstlerin und Dramaturgin. In ihrer künstlerischen und dramaturgischen Praxis erforscht sie die Schnittstellen von sozialer Choreografie, Somatechnik und Wahrnehmungspolitik sowie kollektive, verkörperte Zugänge zu Archivmaterialien, Scores und Notationen.
In ihrem neuesten Solo-Performance-Lecture (Sans) Ordre untersucht sie die Verbindungen zwischen choreografischen Scores und kriminologischen sowie militärischen Überwachungstechnologien. Als Tanzdramaturgin arbeitete sie in den vergangenen zwei Jahren mit dem TanzTage Festival in den Sophiensælen und kollaboriert mit freien Künstler*innen. Als Tänzerin war sie unter anderem in Arbeiten von Simone Forti, Alexandra Pirici, Kiori Sherwood-Kawai und Kirill Savchenkov zu sehen.

Girls in Scores

„Girls in Scores“ ist ein kollaboratives künstlerisches Forschungsprojekt von Polina Fenko und Daria Iuriichuk an der Schnittstelle zwischen erweiterter Choreografie und Medienwissenschaft. Anhand verschiedener Formate wie Performances und Workshops untersuchen sie Bewegungspartituren, Formen der Körpererfassung und die darin eingebetteten Kontrollstrukturen. Ihre Arbeit entstand in Berlin und international (ITI-Germany, Galerie affair)".