Tanzfabrik
Berlin
Bühne
Bühne

17.12.2026—21.12.2026

Hopepunk

Premiere · Performance
von Julia B. Laperrière
Tickets
Photo: Dorothea Tuch
Ort:
Radialsystem (Saal)
Tickets:
Pay what you can (10/15/20/25)
Dauer:
ca. 60 Min
Termine:
Info:
Im Anschluss an die Vorstellung am Samstag, 19. Dezember, findet ein Artist Talk statt.

Beschreibung

Was wäre, wenn Freude unsere stärkste Form des Widerstands wäre? Wenn wir Tanzen nicht trotz, sondern gerade wegen unserer Erschöpfung, unserer Wut und unserer Trauer als Akt radikaler Hoffnung begreifen? In ihrer Performance „Hopepunk“, die im Dezember im Radialsystem Premiere feiert, erkunden die Choreografin Julia B. Laperrière, vier Tänzer*innen und eine Musikerin die Frage, wie sich zunehmender Apathie, Einsamkeit und Angst mit Schweiß, Rhythmus und Verletzlichkeit begegnen lässt: Ein choreografisches Manifest, das Freude als Widerstand feiert.
 
 Auf der Bühne treffen Körper aufeinander, die schwitzen, sich im und gegen den Takt bewegen, scheitern und immer wieder nach Verbindungen suchen. Inspiriert von hybriden Bewegungspraktiken aus Clubkultur, Groove und somatischen Ansätzen entfaltet sich ein dynamisches Zusammenspiel zwischen individueller Erfahrung und gemeinsamen Handeln. „Hopepunk“ versteht Tanz als geteilte Ressource und verkörperte Strategie für freudigen Protest und kollektive Fürsorge. Hoffnung wird  damit zu einer aktiven Praxis, die sich miteinander einüben lässt.
 
 „Hopepunk“ wird im Rahmen der :LOVE:-Kooperation zwischen der Tanzfabrik Berlin und Radialsystem in den Räumen des Radialsystems gezeigt. Mit der Initiative „Radialsystem ♥ Tanzfabrik“ kooperieren die beiden Institutionen, um gezielt die Präsentationsbedingungen von Tanzschaffenden zu verbessern.

Im Anschluss an die Vorstellung am Samstag, 19. Dezember, findet ein Artist Talk statt.
Credits
Konzept und Choreografie: Julia B. Laperrière 
Ko-Choreografie und Performance: Florencia Martina, Soroa Lear, Phoenix Chase-Meares, Alen Nsambu 
Ton und Performance: Pia Achternkamp 
Licht und Raum: Sandra E. Blatterer 
Kostüm: Cristina Nyffeler 
Outside Eye: Siegmar Zacharias 
Probenleitung: Rachell Bo Clark 
Produktion: Paula Häfele 
Distribution: Astrid Rostaing 
Audiodeskription und Tastführung: Swantje Henke 
Eine Produktion von Julia B. Laperrière in Koproduktion mit dem Radialsystem und der Tanzfabrik, mit Unterstützung von Diorama - Jefta van Dinther. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, den Fonds Darstellende Künste aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und die Radialstiftung. 
 
 Mit Dank an Nicole Schuchardt, Nica Berndt-Caccivio, Rayne und Ewa Dziarnowska for Exercising Joy, die Studierenden des TanzIntensiv Programm für die Inspiration, das Vertrauen und die Versuche, Ghyslaine Gau für die Befreiung des Beckens und dem Team des Radialsystems für die ununterbrochene Unterstützung und den Enthusiamus.
Biografien

Julia B. Laperrière

Julia B. Laperrière ist eine französisch-kanadische Choreograf*in und Performer*in, die in Berlin lebt und zwischen Deutschland, Frankreich und Kanada arbeitet. Die Vermischung von Praktiken, Sprachen und Genres (sowohl künstlerischer als auch identitätsbezogener Art) ist daher ein wesentlicher Bestandteil von Julias künstlerischer Praxis. Laperrière studierte in Montreal und Mexiko Tanz und verfügt über einen Master-Abschluss in Choreografie vom Master Exerce/ICI-CCN in Montpellier (FR). Aus einer queer-feministischen Perspektive heraus interessiert sich Julia für ein erweitertes Verständnis von Tanz und beschäftigt sich in letzter Zeit mit „gefährlichen Tänzen“ und Möglichkeiten für neue Formen der Intimität. Julias neueste Arbeiten (Falla, Falla VR, Swivel Open und Dangereuses) sind derzeit auf Tournee in Deutschland, Frankreich, Kanada und Norwegen. Zudem unterrichtet Julia an verschiedenen Orten u.a. CCN d’Orléans, Tanzfabrik Berlin, Radialsystem, Master Exerce (Université Paul-Valéry) und der Universität Osnabrück. Seit 2023 Vorstandsmitglied des Zeitgenössischer Tanz Berlin e.V., wo sich ihre ehrenamtliche Arbeit auf Themen konzentriert, die für das künstlerische Milieu von grundlegender Bedeutung sind: Prekarität als Bedingung künstlerischen Schaffens, politische Repräsentation, Reform des Fördersystems, Barrierefreiheit, Vermittlung, Zusammenarbeit zwischen Institutionen und die Verbreitung des Tanzes.
Alen Nsambu
Der Choreograf und Performer Alen Nsambu (1998) lebt in Helsinki. Er hat einen B.A. in Tanz und Choreografie. Alen Nsambu kooperiert international mit Künstler*innen wie Alma Söderberg, Sonya Lindfors, Marie Topp, WAUHAUS und Young Boy Dancing Group und ist u.a. am FinnischenNationaltheater sowie am Stadttheater Helsinki aufgetreten. Im Zentrum von Alen Nsambus künstlerischer Praxis steht die Frage, wie unterschiedlichen Körpern verschiedene Grade von Sichtbarkeit, Opazität und Transparenz zugestanden werden. Nsambu war einer der AerowavesTwenty25 Artists.

Soroa Lear
Die queere kubanisch-amerikanische Tänzerin, Performerin und Autorin Soroa Lear versteht Performance als Möglichkeit, Herzen zu brechen und Menschen zum Lachen zu bringen, Sie interessiert sich für Storytelling, Camp und Absurdität. Lear hat u.a. für die Staatsoper Berlin, Deva Schubert, Sebastian Abarbanell, Aru Ray Tormann und Wojciech Kosma gearbeitet und ist in der Schwankhalle Bremen, dem Haus der Kulturen der Welt, der Berlinischen Galerie und den Sophiensælen sowie in zahlreichen Berliner Nachtclubs aufgetreten. Soroa hostet regelmäßig Karaoke-Abende in der Neuköllner Tennis Bar.

Phoenix Chase-Meares
Phoenix Chase-Meares ist ein*e nicht-binäre*r transqueere*r Künstler*in aus Großbritannien. Chase-Meares schreibt, inszeniert und entwickelt Theater- und Filmproduktionen in Europa, Südafrika und Lateinamerika, die Tanz, Theater, Drag und Rave-Kultur verbinden. Phoenix Chase-Meares organisiert als Mitbegründer*in von The Soul Sauna Veranstaltungen zu Themen im Zusammenhang mit Schwarzer und queerer Gemeinschaft. Zentrum des künstlerischen Schaffens ist das Anliegen, Geschichten sichtbar zu machen und eine Philosophie von Freude und Sanftheit zu teilen.

Florencia Martina
Florencia Martina arbeitet mit Bewegung sowie mit Druckgrafik, Zeichnung und Textilien. Sie hat einen B.A. in Contemporary Dance sowie einen M.A. in Szenografie. Als Tänzerin und Performerin ar-beitet sie u.a. mit der Kompanie United-C zusammen. Darüber hinaus war sie an Choreografien von Doris Uhlich, Joan Jonas, Esther Siddiqui, BodyTalk, Sandra Man und Moritz Majce, Rick Nodine, Igor & Moreno, Clement Layes, Anders Duckworth, Protein Dance, José Vidal, Annelie André und Julia Färber beteiligt.

Pia Achternkamp (loh)
Pia Achternkamp (loh) ist Komponistin, Klangkünstlerin und Multiinstrumentalistin. Ihre künstlerische Praxis bewegt sich an den Schnittstellen von Musik, darstellender Kunst, Sprache und bildender Kunst. Achternkamp versteht Klang als zeitbasiertes Medium und spielt ihre Musik in der Zusammenarbeit mit Performer*innen meist live und improvisiert. Darüber hinaus gilt ihre künstlerische Faszination der Radiokunst. Sie erforscht experimentelle Radiofor-mate von Cashmere Radio, Nomadic Radio und Radio Relativa.