Tanzfabrik
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Foto: Andrea Keiz

The Source Code – ein Online-Projekt über eine Ausdruckstänzerin im Exil

Online-Projekt mit Jochen Roller

The Source Code widmet sich der Re-Creation des letzten Tanzdramas der Wiener Ausdruckstänzerin Gertrud Bodenwieser aus dem Jahr 1954. In Sydney avancierte die jüdische Exilantin mit ihrer Tanzgruppe zur Begründerin des modernen Tanzes in Australien. The Source Code rekonstruiert jedoch nicht nur die Tanzschritte von „Errand into the Maze“, sondern auch dessen politischen und kulturellen Kontext. Mit vier australischen Choreografen sowie ehemaligen Mitgliedern der Bodenwieser-Tanzgruppe brachte Jochen Roller das Stück zurück in ein Studio in Sydney. Im Online-Archiv www.thesourcecode.de finden sich neben Teilen der Re-Creation zahlreiche Interviews, Fotos und Briefe. Das Publikum ist eingeladen, anhand der Dokumente selbst multiple Visionen der Choreografie zu konstruieren – als Reflexion auf die Subjektivität von Erinnerung, die Relativität von Fakten und die vermeintliche Möglichkeit der Rekonstruktion von Tanz.

Konzept, Recherche, Rekonstruktion und ArchivierungJochen Roller Video-Dokumentation: Andrea Keiz Archivierung: Theresa Willeke Recherche: Elisabeth Nehring Rekonstruktion Errand into the Maze: Nadia Cusimano, Matthew Day, Latai Taumoepeau, Lizzie Thomson Konservatorin des Bodenwieser Archivs: Barbara Cuckson Bodenwieser Berater: Carol Brown, Lee Christofis, Biruta Clark, Moira Claux, Barbara Cuckson, Shona Dunlop-MacTavish, Elaine Vallence Zusätzliche Recherche: Jan Poddebsky Zusätzliche Archivierung: Andreas Russe Programmierung: Enno Herwig/wemove digital soultions Grafik Design: Claudia Heynen Produktion: DepArtment.Unterstützung der Rozelle School for Visual Arts, Sydney. Gefördert von: TANZFONDS ERBE – Eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes.


Jochen Roller

Jochen Roller, geboren 1971 in West-Berlin, studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Giessen und Choreografie am Laban Centre in London. Er choreografierte bisher über 50 Arbeiten für Bühnen, Galerien, Mode und Film. Seine Bühnenproduktionen touren in Europa, Nahost, Asien und in der Pazifikregion. Die dreistündige Solo-Trilogie perform performing (2002-2004) wurde 147 Mal aufgeführt und 2009 vom Auktionshaus Christie’s in Hamburg versteigert. Sein letztes Stück Trachtenbummler hatte 2013 Premiere im Rahmen des Festivals Tanz im August. Als Tänzer arbeitet Jochen Roller in dem Ensemble Gintersdorfer/Klassen und für Martin Nachbar. Als Dramaturg war er unter anderem für Joavien Ng (Singapur), Kadir Memis (Berlin) und Jecko Siompo (Jakarta) tätig. Von 2007 bis 2010 kuratierte Jochen zusammen mit Anne Kersting das saisonale Tanzprogramm von Kampnagel Hamburg. In dieser Zeit gründete er im Verbund mit sieben europäischen Theaterzentren das Live Art Festival, dessen künstlerischer Leiter er 2009 und 2010 war. Jochen war Jury-Mitgleid der Tanzplattform 2010 und der Studienstiftung des Deutschen Volkes 2011 und 2012. Seit 2004 steht Jochen Roller auf der Liste der wichtigsten deutschen Choreografen des Goethe-Instituts.
Eintritt frei