Tanzfabrik
Berlin
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Shoot first

Performance mit Ricardo de Paula

Im Februar 2012 wurde der 17jährige Afroamerikaner Trayvon Martin in Sanford, Florida erschossen – von einem Mann aus der Nachbarschaft, für den Hautfarbe und Kleidung des Teenagers als Verdachtsmomente ausreichten. Martins Schicksal veranlasste Ricardo de Paula, die Lebenswelt des Teenagers mit seiner eigenen Erfahrung und der vieler anderer Menschen in einem Tanzstück zu verbinden. Der Körper wird de Paula zur physischen Präsenz, in der sich alle geschlechtsspezifischen, ethnischen und sozialen Bedeutungen spiegeln. Er ist Ursprung kultureller Identität und zugleich soziales Konstrukt. Im Körper des jungen Afroamerikaners im Kapuzenpullover spiegeln sich Lebensrealitäten, Stereotypisierungen und Ängste. De Paula verknüpft diese Aspekte mit dem Get Physical Process, einer Verbindung von Capoeira und zeitgenössischem Tanzes, mit den Zeichen der Geschichte.

Konzept & Performance: Ricardo de Paula Assistenz: Laura Alonso Licht: Irene Selka

Ricardo de Paula

Ricardo de Paula wurde in Belo Horizonte, Brasilien, geboren und ist freischaffender Tänzer, Performer und Choreograf. 1987 begann er seine Tanzlaufbahn mit Unterricht in Jazz und Klassischem Ballett im Harmonia Studio de Dança, Belo Horizonte. Als professioneller Tänzer hat er seit 1989 in verschiedenen Compagnien getanzt, wie z.B. Grupo Corpo mit Rodrigo Pederneiras (Brasilien), Zikzira Physical Theater (Brasilien) und Staatstheater Kassel. Seit 2003 lebt Ricardo de Paula in Berlin, wo er mit den Choreografen Sasha Waltz, Christoph Winkler, Constanza Macras, Sommer Ulrickson und Felix Ruckert gearbeitet hat. Seit 2005 entwickelt er Solostücke sowie Installationen/Performances im Grenzbereich zur bildenden Kunst und seit 2006 eigene Produktionen mit der Grupo Oito, die zu Gastspielen in der Türkei und Frankreich eingeladen wurde. In zwei Projekten im öffentlichen Raum mit Jugendlichen unterschiedlicher kultureller Herkunft beschäftigte sich Ricardo de Paula mit Thema Alltagsrassismus (2008 und 2009). 2012 erhielt er das Tanzstipendium der Berliner Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten. Er unterrichtet die von ihm entwickelte Körperarbeit „Get Physical Process“ in Kursen und Trainings für professionelle Tänzer. Am Ballhaus Naunynstraße zeigte er u.a. das Stück Sight (Grupo Oito) sowie seine Solo-Arbeit Shoot First im Rahmen des Festival Black Lux – Ein Heimatfest aus Schwarzen Perspektiven.