Tanzfabrik
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Foto: frischefotos.de

Das wahre Gesicht – Dance is Not Enough

Performance mit Christoph Winkler

Unter dem Motto „Dance&Politics“ beschäftigt sich Christoph Winkler mit dem Aufeinandertreffen von Staat und Bürger in Krisenzeiten des Kapitalismus. Inszenierungen der Macht prallen auf Inszenierungen des Protestes und generieren eigentümliche Ästhetiken des Konfliktes. Ob Straßentheater, zeitgenössische Kunst oder arts activism – die Szenarien legen beredtes Zeugnis ab von Befindlichkeiten einer Generation, die den Kapitalismus nur als Dauerkrise kennt. Doch wie in jeder ideologischen Inszenierung bleiben Leerstellen, die auf etwas deuten, das den Akteuren entgeht. Polizeikessel gegen Sitzdemonstration bedeutet nicht gleich Stärke gegen Schwäche, denn die “Pantomimen” des Protestes oszillieren in ihrer Bedeutung. Wie und unter welchen Bedingungen aber lässt sich Protest überhaupt behaupten? Mit vier Tänzern und Schauspielern sucht Winkler humorvoll und ernsthaft nach Antworten.

KonzeptChristoph Winkler Von und mit: Ahmed Soura, Chris Daftsios, Luke Garwood, Luis Rodriguez Creative Consulting: Mirko Winkel Technik: André Schulz Kostüme: Lisa Kentner Mitarbeit Bühnenbild: För Künkel Gesangscoaching: Bernadette La HengstProduktionsdramaturgie: ehrliche arbeit – freies Kulturbüro

Eine Produktion von Christoph Winkler und ehrliche arbeit – freies Kulturbüro in Kooperation mit dem Ballhaus Ost. Gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten und der dreijährigen Konzeptionsförderung des Fonds Darstellende Künste e.V. aus Mitteln des Bundes. Mit freundlicher Unterstützung von Phase7.


Christoph Winkler

Christoph Winkler wurde in Torgau geboren und war als Jugendlicher zunächst mehrfach Spartakiadesieger im Gewichtheben und Judo, trainierte außerdem Kampfsport und Breakdance bevor er zur Ausbildung an die Staatliche Ballettschule Berlin delegiert wurde. Er tanzte in Videoproduktionen für MTV und trat Anfang der neunziger Jahre in Berlin als Performer in Underground-Technoclubs auf. Danach studierte er vier Jahre Choreografie an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst “Ernst Busch” und gründete Klangkrieg Produktionen, ein Label für experimentelle Musik. Nach dem Studium entschied sich Christoph Winkler 1998 als freischaffender Choreograf in Berlin zu arbeiten. Er wurde schon früh von der Kritik für seinen innovativen Tanzstil und minimalistischen, streng komponierten, diskursiven Tanzdramen wahrgenommen und erhielt Einladungen zu zahlreichen Festivals. Ab 2006 begann sich seine Arbeit deutlich zu diversifizieren. Er arbeitet mit jungen Hip-Hop Tänzern (Tales of the Funky, 2007; Saal A, 2008; Taste of Ra, 2009; Maldoror-Amped, 2011), sowie an einer Reihe von Arbeiten mit bildenden Künstlern über den Begriff von Performance und der Kontextualisierung von Tanz (Posed, 2008; Eine Geschichte, 2009). 2007 gründete er zusammen mit “ehrliche arbeit – freies Kulturbüro” die Agentur BERLIN GOGOS als Möglichkeit für zeitgenössische Tänzer sich am freien Markt zu bewähren.

Seit 2007 ist es ihm wichtig solche Themen für den Tanz zu finden, die ganz innerhalb dieser Kunstform stehen, aber darüber hinaus auch auf momentan in der Gesellschaft stattfindende Diskurse hinweisen. Aktuelle Arbeiten dazu sind: Dance! Copy! Right? (2012) zum Thema Urheberrecht, sowie RechtsRadikal und Das Wahre Gesicht – Dance Is Not Enough, beides aus dem Jahr 2013. Das Solo Baader – Choreografie einer Radikalisierung wurde 2012 zu Tanzplattform eingeladen und der Tänzer Martin Hansen dafür von der Zeitschrift “tanz” zum Tänzer der Jahres 2012 ernannt. In 2014: Abendliche Tänze – Ein Tanzfonds Erbe Projekt über den subjektiven Prozess des Erinnerns und Wo die Zitronen blühen – ein Solo mit Ahmed Soura über deutsches Kulturgut.