Tanzfabrik
Berlin
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Wedding 11
Badstr. 41A, Uferstr. 23
13357 Berlin
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Say Something

Speech Acts/Premiere mit Agata Siniarska, Jeremy Wade, Antonia Baehr, Siegmar Zacharias

In diesen vier Speech Acts wird das An- und Aussprechen, die Äußerung zum Thema und die Sprache zur Choreografie. Eine leere Bühne und eine Künstler*in, die ihren Gedanken Stimme und Gestalt gibt und den Akt des Sprechens auf sein Handlungs­potential überprüft. Zwischen politischer Rede – jemand hat etwas zu sagen – und Bildbeschreibung – ein komponiertes Reden – wird die Sprache zu Werkzeug wie Material im Bühnenraum. Die Rede etabliert sich im Moment der Begegnung mit dem Publikum. Das Format „SAY SOMETHING“ wurde 2013 von Philipp Gehmacher initiiert.

Produziert von Tanznacht Berlin, Coaching: Philipp Gehmacher | Das Format SAY SOMETHING wurde 2013 von Philipp Gehmacher initiiert und kam beim ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival mit Claudia Bosse, Tim Etchells, Philipp Gehmacher, Maria Hassabi, Gerald Kurdian und Liz Santoro das erste Mal zur Aufführung.

Agata Siniarska

Agata Siniarska arbeitet an verschiedenen Theaterformaten wie Performances, Events, künstlerischen Praktiken, Vorträgen, Videos u.v.m. Seit ihrem Choreografiestudium entwirft sie ’feministische fun studies’ und kultiviert ihre Sehnsucht nach Sprache und Schreiben, Kino und Animation im Rahmen ihrer künstlerischen Praxis. Sie ist Gründungsmitglied von female trouble, einem freundschaftlichen Kollektiv, das sich Themen Identität, Körper, Feminismus, Vergnügen, Affirmation und Liebe widmet. Mit einer Leidenschaft für Fiktionen wird sie in ihren Untersuchungen zum Werkzeug der Rhetorik und hinterfragt an ihr wirksame kulturelle Einschreibungen. Getrieben von einer grundlegenden, theoretischen Unschlüssigkeit, begegnet sie jeder gestellten Aufgabe mit Faszination und Leidenschaft – zumeist in Gesellschaft vieler besonderer Abenteuer. cargocollective.com/agatasiniarska

Jeremy Wade

Jeremy Wade ist Performer, Choreograf, Kurator und Lehrer. Seine Ausbildung erhielt er an der School for New Dance Development in Amsterdam (Abschluss 2000). 2006 zeigte er seine erste eigene Arbeit „Glory“ am Dance Theater Workshop in New York City, für die er den Bessie Award erhielt. Seitdem lebt und arbeitet Wade in Berlin und arbeitet eng mit dem HAU Hebbel am Ufer zusammen. Zu seinen jüngeren Arbeiten zählen „Dark Material“ (2013) mit der Bildhauerin Monika Grzymala und der Band Xiu Xiu, sowie „Together Forever“ (2014), ein dreistündiges partizipatives Performancefest in Zusammenarbeit mit Jared Gradinger, Liz Rosenfeld, Igor Koruga und Michiel Keuper. 2015 entstand „Death Asshole Rave Video“ und „Drawn Onward“, die beide von Tod, Zombiesubjektivität und dem prekären Körper im fortgeschrittenen Kapitalismus handeln.

Antonia Baehr

Eines Tages machte sich Antonia Baehr, das Haus auf dem Land zurück lassend, als junge Entdeckerin zu Fuß auf, und spielte Puppentheater auf dörflichen Marktplätzen um sich ihr täglich Brot zu verdienen. Nachdem sie studiert und allerlei Dinge gemacht hatte, wurde Antonia Baehr auch noch zu Werner Hirsch, Tänzer und Pferdeflüsterer, welcher Filme machte, welcher ebenso der Produzent des Musikers Henri Fleurs sowie des Komponisten Henry Wilts sowie der Ehemann Henry Wildes ist. Das Unterrichten von jungen Künstler*innen an Kunsthochschulen entzückte sie und derweil erkundete sie in ihren Arbeiten unter anderem die Fiktion des Alltäglichen und des Theaters, oft in Zusammenarbeit mit wechselnden Künstler* innen und wechselnden Partituren. Dann geschah etwas Außergewöhnliches, denn sie wurde in die Beursschouwburg nach Brüssel eingeladen, um drei ganze Monate lang die Dinge zu präsentieren, die Baehr und Hirsch und all ihre anderen Freund*innen zuvor mit ihr erarbeitet hatten. Diese Zeit war wunderbar und es wurde viel gelacht, wie in dem Buch “Rire / Laugh / Lachen”. Und als das vorbei war und das Konfetti davon gefegt war, machte sie sich daran ein neues Buch voller Portraits von Affinitäten in Tiermetaphern, gefüllt mit Bildern, Partituren und Radierungen, zu kreieren, welches dem Stück “Abecedarium Bestiarium” folgte, welches dann in Kolumbien auf Reisen ging. Und auf dem Weg gab es noch mehr: da waren „Larry Peacock”, „My Dog is My Piano”, „For Ida”, „For Faces”, „Merci / Thank you / Danke”, „Rire / Laugh / Lachen” und die Hörstücke und das in keiner bestimmten Reihenfolge, denn die Dinge purzelten einfach so in den Ozean, wo sie „Des miss et des mystères" mit Olivier schrieb, und in der Mitte und fast am Ende dessen tanzte sie Tango, verliebte und entliebte sich, zelebrierte die Malereien ihrer Eltern, und begann einen neuen normalen Tanz mit ihren Freundinnen zu machen, die überhaupt keine Tänzerinnen sind, aber einige von ihnen sind es schon. www.make-up-productions.net

Siegmar Zacharias

Siegmar Zacharias entwickelt seit 2003 Formate von Multimedia-, Theater-, und Lecture-Performances, die sich mit der Position der Zuschauer*in, der Frage von Wirkungsmacht (agency), dem Kontrakt des „willful supspension of disbelief“ und der kritischen Substanz, die er erzeugt, beschäftigt. Sie bewe­gen sich zwischen DoItYourself Low-Tech und High-Tech, Philosophie und Sinnlichkeit, Humor und Labor. Sie ist Gründungsmitglied der Gruppe SXS Enterprise und Initiatorin von WOW-wir abeiten hier, eine Austausch- und Rechercheplattform für Performancekünstler*innen in Berlin.
Siegmar stu­dierte Philosophie und Komparatistik in Berlin und London und Performance Art bei DasArts Amsterdam. Sie unterrichtet u.a. am HZT Berlin, DOCH Stockholm und DasArts Amsterdam.
Mit ‚Dirty Talk’ entwickelt sie eine Praxis, die die Materialität des Sprechens erforscht. www.siegmarzacharias.com