Zwei Mädchen stehen im Schein eines kalten Lichtstrahls und blicken zurück, als hätten sie dich auf frischer Tat ertappt. Etwas ist schrecklich schiefgelaufen: Ihre Körper gehören nicht mehr ganz ihnen selbst. Sie werden zu Geisterdetektivinnen, die dem Verbrechen des Blicks auf der Spur sind, der sie der Öffentlichkeit preisgegeben hat.
Ihre Ermittlungen führen durch ein gespenstisches Archiv choreografischer Maschinen, die den Körper im Laufe der Geschichte beobachtet, klassifiziert und diszipliniert haben: das Anatomische Theater, wo entblößtes Fleisch zum barocken Spektakel wurde; das Salpêtrière-Krankenhaus, wo fotografische Technologien weibliche Körper zu Objekten der Diagnose machten; und die sowjetische Fabrik, wo Maschinen den Körper nach den Rhythmen der Produktion neu organisierten.
„Traces and Exposures“, das neue Werk von Girls in Scores (Daria Iuriichuk und Polina Fenko), bewegt sich durch dieses anachronistische Terrain aus Geistern und Algorithmen, Mädchen und Maschinen und zeichnet nach, wie der Blick seine Subjekte schon immer choreografiert hat, noch bevor diese überhaupt die Chance hatten, sich zu bewegen.