Tanzfabrik
Berlin
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Stream

Live Art Writing
Stream ist eine Plattform für Texte, die sich mit "Live Art" im weitesten Sinne beschäftigen. Die hier veröffentlichten Texte sind einem einzelnen Stück oder einem Gesamtwerk gewidmet, sie reflektieren die eigene Arbeit der Autorin oder die eines*einer anderen Künstler*in; sie setzen sich mit Konzepten, Entwicklungen und Veränderungen von Live Art insgesamt auseinander.

Wir begreifen Schreiben als Bewegung und verstehen unsere Texte als autonome Werke. Wir verfassen und veröffentlichen experimentelle literarische, theoretische und kritische Texte mit Bezug auf Performance und Live Art in und außerhalb Berlins. 

Stream ist nicht als Publikationsforum für Rezensionen gedacht. Wir sind vielmehr eine offene Gruppe, die das Interesse am Schreiben als und über künstlerische Praxis teilt. Bei der Veröffentlichung unserer Texte verpflichten wir uns zu Regelmäßigkeit je nach Bedürfnis und Kapazitäten. Wir halten alles so einfach und offen wie möglich: im Zentrum steht das Schreiben selbst. Wir verfolgen kein Konzept, wir haben kein Format festgelegt und wir begrenzen die Texte nicht in Umfang, Inhalt, Stil. Wir wollen einen Kanal für die Lust am Schreiben zu zeitgenössischer Bewegungskunst schaffen.

Wir beginnen Stream mitten in einer Zeit, in der Live Art nicht selbstverständlich zugänglich ist. Körperliche Präsenz und die Idee von „live“ wirft aktuell viele Fragen auf – nach Abwesenheit, Erinnerung, Zukunft. Schreiben wird als Medium, das Distanzen überbrücken kann, wiederentdeckt.
Stream ist an der Tanzfabrik angesiedelt und geht am 1. September 2020 live. Alle Texte werden in den Sprachen, in denen sie verfasst wurden (überwiegend Deutsch und Englisch), veröffentlicht. Die aktuellen Autorinnen sind: Angela Alves, Shelley Etkin, Inky Lee, Beatrix Joyce, Sandra Man, Lea Pischke, Felicitas Zeeden. Weitere Autor*innen sind herzlich willkommen und können sich uns bei Interesse oder auf Einladung anschließen.

Texte

Beatrix antwortet auf das jüngste Werk "AEON" von Moritz Majce und Sandra Man. Ausgehend von der Beziehung zwischen Publikum und Performer und unter Verwendung der Originaltexte der Künstler als Ausgangsmaterial, entfaltet sich eine imaginäre Begegnung zwischen einem SPACE INVADER und einem SPACE WALKER.
In einem artist talk stellt die Künstlerin Sandra Man Fragen an die Philosophin Marita Tatari. Das Hauptthema ihres Gesprächs ist das zeitgenössische "Wir", das wir sind, wenn wir das Publikum eines Stückes sind: Wer wird angesprochen, wenn die Kunst zu uns allen spricht?
Dies ist ein Text darüber, wie man Embodiment und Hingabe als rebellische Akte der Selbstfürsorge betrachten könnte.
In diesem Text geht es um Vorhänge; greifbare und imaginäre, materielle und immaterielle. Es geht auch um Gärten und unsichtbare Realitäten. Der Text greift die Geschichte des Zauberers von Oz auf, um über diese Themen zu reflektieren und darüber, inwiefern sie für Aufführungen relevant sein könnten.
Inky grübelt über die Unzulänglichkeit der Romantik nach, während sie im Sommer 2015 durch NYC streift.
Was bedeutet es, auf einem sich grundlegend - technologisch und ökologisch - verändernden Planeten "präsent" zu sein? Inspiriert durch verschiedene körperbezogene zeitgenössische Kunstwerke entfaltet der Text einen neuen Kontext und Wert der Wahrnehmung als ästhetisch auf die Welt bezogen. (Text in englischer Sprache)
Was passiert, wenn sich eine Gruppe politisch gesinnter und eher bewegungshungriger Künstler*innen vor dem ehemaligen Reichstag versammelt, um im April 2020 den Tod von jemandem zu feiern? In Anbetracht des sehr faszinierenden Zusammentreffens des Wunsches anderer politisch interessierter Menschen, das besagte Gebäude im August desselben Jahres zu stürmen, taucht eine lustige Frage auf: Wer war verrückter? (Text in englischer Sprache)
Mirage in the Desert ist eine spielerische Betrachtung über gescheiterte Flirts und Romantik, in Bezug auf die Kunst der Fürsorge. Der Text fragt beständig: "Ist das echtes Wasser oder eine Fata Morgana?" (Text in englischer Sprache)
Auf welche Weise können wir uns mit hybriden Performanceformen auseinandersetzen, sie reflektieren und dokumentieren? Auf ihre Einladung hin antwortete ich auf Moritz Majces und Sandra Mans Raumchoreografie "CHORA" und experimentierte mit meinen Ideen, wie ich meine Erfahrungen mit dem Werk in Worte fassen könnte.