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We Cannot Carry on Like This

Tanznacht Forum 2026
Das diskursive Format Tanznacht Forum findet in den Jahren zwischen den Festivalausgaben der Tanznacht Berlin statt. In diesem Jahr entsteht das Tanznacht Forum in Zusammenarbeit zwischen der Tanzfabrik Berlin BÜHNE und der Kuratorin, Dramaturgin und Wissenschaftlerin Marta Keil. Dabei liegt unser gemeinsamer Fokus auf der Frage, wie wir in den performativen Künsten mit Erschöpfung, Rückzug und Pause umgehen können. Wie könnte ein fruchtbarer künstlerischer und institutioneller Umgang mit diesen Phänomenen gestaltet sein?

Mit “We cannot carry on like this” knüpfen wir an Martas Forschungsthemen an und blicken zurück auf die Initiative Pause as Resistance der Tanzfabrik Berlin BÜHNE im Mai 2022. Mit Michikazu Matsune, Angela Alves, Marta Keil, Alexander Roberts, Dianna Jacksan, Jota Kayodê Ramos u.a. 

„Ich bin müde“ hören wir von Kolleg*innen, Freund*innen und Weggefährt*innen inzwischen ebenso häufig wie das höfliche „Alles ok!“. Viele von uns, die im Kunst- und Kulturbereich arbeiten, sind erschöpft. Diese Erschöpfung ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit unter dem Druck spätkapitalistischer, extraktivistischer Prinzipien; sie wurzelt in gesundheitlichen Belastungen und prekären Lebens- und Arbeitsbedingungen, in politischen Umbrüchen und den Schrecken der anhaltenden Kriege weltweit. Die Liste ist endlos und niemals vollständig.  Auch viele Kunstinstitutionen scheinen erschöpft. Sie bewegen sich im Spannungsfeld des permanenten Drucks, sich anzupassen, zu reagieren und (über)zu produzieren, während sie zugleich häufig unterfinanziert bleiben. Mit schwindenden Ressourcen schrumpft auch der Raum, sich vorzustellen, wie wir anders arbeiten und anders miteinander sein könnten. 

Was können wir von den müden Körpern der Kunstschaffenden und den erschöpften Kunstinstitutionen lernen? Können wir uns in dieser Erschöpfung begegnen? Eine der größten Gefahren anhaltender Erschöpfung besteht darin, dass sie uns weder den Raum noch die Kraft lässt, uns regenerativere, nährendere Formen des Arbeitens vorzustellen. Welche Bedingungen braucht es, damit diese Vorstellungskraft gedeihen kann? 
Diese Fragen stehen in Resonanz mit Pause as Resistance, einer Initiative der Tanzfabrik Berlin BÜHNE im Mai 2022. Aus dem Bedürfnis nach Erholung und Entschleunigung heraus versuchte das BÜHNE-Team, seine reguläre Arbeit für einen Monat ruhen zu lassen. Stattdessen verbrachte es gemeinsam mit Künstler*innen Zeit im Studio, um zu reflektieren, innezuhalten und zu erkunden, was geschehen kann, wenn wir uns aus unseren gewohnten Routinen zurückziehen.  

Vor diesem Hintergrund fragt das diesjährige Tanznacht Forum, wie wir an diesen Punkt gelangt sind und welche Wege uns von hier aus weiterführen könnten. Gemeinsam mit eingeladenen Künstler*innen und Wissenschaftler*innen wollen wir erkunden, wie wir gemeinsam in den Blick nehmen können, was künstlerische und institutionelle Praktiken nährt und stärkt. Wir werden fragen, was wir loslassen müssen, um diese nährenden Kräfte zu erhalten, wie wir den schlaflosen, von Ängsten geprägten Nächten begegnen können und wie sich Rückzug als aktiver Akt des Widerstands verstehen lässt. Wenn wir so nicht weitermachen können, welche Bedingungen würden es uns ermöglichen, anders weiterzumachen? Wir werden fragen, was wir loslassen müssen, um diese nährenden Kräfte zu erhalten, wie wir den schlaflosen, von Ängsten geprägten Nächten begegnen können und wie wir gemeinsam auf Beispiele des Rückzugs als aktive Gesten des Widerstands blicken können. Wenn wir so nicht weitermachen können, welche Bedingungen würden es uns ermöglichen, anders weiterzumachen? 

Das Tanznacht Forum 2026 wird von Felicitas Zeeden und Marta Keil gemeinsam kuratiert. Es ist Teil von Marta Keils Forschungsprojekt „Dramaturgies of Withdrawal: On Gestures of Refusal in Search of More Nourishing Artistic and Institutional Practices“, das an der AP School of Arts des Royal Conservatoire in Antwerpen durchgeführt wird. 

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