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Twists: Dance and Decoloniality

»Twists: Dance and Decoloniality« ist eine kritische Recherche über Tanzinstitutionen von und mit Tanzfabrik Berlin in Kooperation mit ada Studio, HZT Berlin, Uferstudios, Freie Universität, Humboldt Universität und Universität Salzburg, beraten von Diversity Arts Culture.

Das Projekt »Twists: Dance and Decoloniality« wirft systematisch die Frage nach den Auswirkungen des Kolonialismus im Tanz auf. Am Beispiel der Tanzfabrik Berlin sowie von ada Studio, HZT Berlin und Uferstudios werden in einer institutionskritischen Recherche der Künstler*innen Choy Ka Fai, Jay Pather  und Lia Rodrigues bestehende Hegemonien, Rassismen und Exklusionen innerhalb der etablierten Produktionsbedingungen im Tanz aufgezeigt. Das Projekt trägt aktuelles Wissen aus verschiedenen Disziplinen zusammen und beinhaltet mehrere Workshops, eine Feldforschung, ein Symposium und eine Publikation. Nachhaltig und jenseits von Moden konzipiert ist es Ziel des Projekts, konkrete Handlungsanleitungen zu entwickeln. Diese sollen im Dialog auf Augen höhe Impulse für eine ethisch verantwortliche Globalisierung im Tanz setzen und für eine breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Ort: Tanzfabrik Berlin/Wedding - Uferstudios

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds

Aktueller Stand

Das Symposium des Projekts Twists: Dance and Decoloniality, das für den 7. und 8. November geplant war, wird aufgrund interner struktureller Probleme und der aktuellen Covid-19-Pandemiesituation nicht wie geplant stattfinden. Eine Umstrukturierung des Projekts ist im Gange und ein neuer Mitveranstalter ist in das Projekt eingetreten: die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland Bund e.V.
 
Für die Tanzfabrik Berlin und die Kuratorin Sigrid Gareis - beide verantwortlich für Twists – hat sich in den letzten Monaten gezeigt, dass ein Dekolonisierungsprozess deutlich mehr Zeit für die tiefgreifende Auseinandersetzung mit strukturellen Rassismen in unseren "weißen Institutionen" benötigt. Es wurde deutlich, dass blinde Flecken und strukturelle Ausschlussmechanismen, die Twists thematisieren wollte, innerhalb der Projektstruktur reproduziert wurden - was auch dazu führte, dass ein Mitglied der artist core group das Projekt verlassen hat.
 
Infolgedessen hat die Tanzfabrik Berlin einen Prozess in Gang gesetzt, um die eigenen Defizite auf mehreren Ebenen zu beleuchten, begleitet von verschiedenen Mentor*innen und Supervisor*innen.
 
Gleichzeitig beschlossen die beteiligten Künstler*innen (Choy Ka Fay, Jay Pather, Lia Rodrigues), Wissenschaftlerinnen (Silvy Chakkalakal, Sophie Schultze-Allen und Laura Strott) und Sigrid Gareis, gemeinsam mit der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland Bund e.V. ein Marathonformat des " radical listening " zu BIPoC-Positionen im Tanz zu planen, um die allgemeinen Forderungen, Wünsche und Erwartungen nicht-weißer Tanzschaffender deutlich und öffentlich zu machen. Die Workshop-Reihe wird fortgesetzt.
 
Die Realisierung des Projektes wird nun auf das gesamte Jahr 2021 ausgedehnt. Wir werden Sie und Euch über die neuen Formate, Termine und Pläne auf dem Laufenden halten!

Residenz

Zurzeit sind das Suddenly Tanzkollektiv und Natsuko Tezuka im Rahmen des Twists-Projekts in der Tanzfabrik Berlin zu Gast. Suddenly lud Natsuko Tezuka zur Mitarbeit an einem Forschungsprojekt ein, das sich auf  Tezukas frühere Arbeit Anatomical Experiment-6 / departure from distorted image (2012) bezieht. Diese Arbeit ist Teil einer größeren Serie mit dem Titel Anatomical Experiment , die sie seit 2001 entwickelt. Die erste Version der Arbeit entstand in Japan mit 6 japanischen Darsteller*innen. In der Tanzfabrik Berlin nehmen 8 Künstler*innen des internationalen Kollektivs Suddenly und Natsuko Tezuka Anatomical Experiment-6 / departure from a distorted image wieder auf.